Dichtungselemente für Pneumatikzylinder
In Pneumatikzylindern arbeiten verschiedene Dichtungen und Führungselemente zusammen, um ein zuverlässiges Gesamtsystem zu bilden. Jedes Bauteil hat dabei eine spezifische Aufgabe:
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Kolbendichtungen für Pneumatikzylinder
Kolbendichtungen trennen die Druckräume im Zylinder voneinander und stellen sicher, dass die Druckluft nicht von einer Seite auf die andere gelangt. Sie sorgen für eine verlustfreie Kraftübertragung und sind damit entscheidend für die Dynamik und Standzeit von Pneumatiksystemen.
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Stangendichtungen für Pneumatikzylinder
Stangendichtungen dichten die Kolbenstange nach außen ab und verhindern, dass Druckluft entweicht.
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Abstreifer für Pneumatikzylinder
Abstreifer sitzen außen am Zylinder und verhindern, dass Schmutz, Staub, Wasser oder andere Fremdstoffe ins Innere gelangen. Damit schützen sie die Stangendichtungen und verlängern die Lebensdauer des gesamten Systems.
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Führungsringe und Führungsbänder für Pneumatikzylinder
Führungsringe stabilisieren bewegte Teile wie Kolben und Stangen. Sie verhindern Metall-auf-Metall-Kontakt, nehmen Querkräfte auf und tragen wesentlich zur Funktionssicherheit des Zylinders bei.
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O-Ringe für Pneumatikzylinder
O-Ringe sind universelle Dichtelemente, die in Pneumatikzylindern an vielen Stellen eingesetzt werden – z. B. als statische Dichtung zwischen Gehäuseteilen. Sie sind flexibel, kostengünstig und in vielen Werkstoffen verfügbar.
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Stützringe für Pneumatikzylinder
Stützringe verhindern, dass Dichtungen bei Druckspitzen in den Spalt extrudieren. Sie schützen vor Ausfällen und erhöhen die Betriebssicherheit, besonders bei hohen Zyklenzahlen.
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Dämpfungsringe für Pneumatikzylinder
Dämpfungsringe sorgen dafür, dass Stöße und Vibrationen im Pneumatiksystem effektiv abgefedert werden. Sie erhöhen den Komfort und die Lebensdauer der Komponenten.
Alle genannten Dichtungselemente arbeiten im Pneumatikzylinder als Gesamtsystem zusammen und sorgen für eine zuverlässige Funktion bei hohen Geschwindigkeiten und vielen Schaltzyklen. Welche Kombination die richtige ist, hängt stark von Medium, Temperatur und Einsatzumgebung ab. Unsere Experten unterstützen Sie gerne bei der Auswahl der passenden Pneumatikdichtungen für Ihr Projekt.
Funktionsweise von Pneumatikdichtungen
Pneumatikdichtungen übernehmen zentrale Aufgaben in pneumatischen Systemen und Druckluftzylindern. Sie sorgen dafür, dass Druckluft kontrolliert genutzt wird, Bewegungen präzise ausgeführt werden und keine unnötigen Energieverluste entstehen.
Im Gegensatz zu Hydrauliksystemen arbeiten Pneumatikanwendungen meist ohne dauerhaften Schmierfilm. Pneumatikdichtungen müssen daher besonders reibungsarm, verschleißfest und für hohe Schaltzyklen ausgelegt sein. Gleichzeitig schützen sie das System vor Schmutz, Feuchtigkeit und vorzeitigem Verschleiß.
Abdichtung von Druckräumen
In Pneumatikzylindern trennen Dichtungen die einzelnen Druckkammern zuverlässig voneinander. Dadurch wird verhindert, dass Druckluft unkontrolliert entweicht oder Druckverluste entstehen.
Bereits kleine Leckagen können die Effizienz pneumatischer Anlagen deutlich beeinträchtigen. Eine präzise Abdichtung ist daher entscheidend für die Kraftübertragung, die Dynamik und die Wirtschaftlichkeit des gesamten Systems.
Schutz vor Verschmutzung
Neben der inneren Abdichtung übernehmen Pneumatikdichtungen auch wichtige Schutzfunktionen nach außen. Abstreifer verhindern, dass Staub, Feuchtigkeit oder andere Fremdpartikel in den Pneumatikzylinder eindringen.
Gerade in automatisierten Produktionsanlagen, Verpackungsmaschinen oder Fördertechniksystemen schützt dies empfindliche Komponenten vor erhöhtem Verschleiß und Funktionsstörungen.
Reibungsarme Führung bewegter Teile
Pneumatiksysteme arbeiten häufig mit sehr hohen Schaltzahlen und schnellen Bewegungsabläufen. Deshalb ist eine reibungsarme Bewegung von Kolben und Kolbenstangen besonders wichtig.
Führungsringe und Führungsbänder stabilisieren die bewegten Bauteile, verhindern Metallkontakt und reduzieren Reibung sowie Energieverluste. Dadurch werden Laufverhalten, Präzision und Lebensdauer der Pneumatikzylinder verbessert.
Beitrag zu Effizienz und Standzeit
Pneumatikdichtungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz und Betriebssicherheit pneumatischer Anlagen. Sie minimieren Luftverluste, reduzieren Verschleiß und sorgen für gleichmäßige Bewegungsabläufe.
Die Lebensdauer einer Pneumatikdichtung hängt dabei stark von Werkstoff, Temperatur, Druckverhältnissen, Geschwindigkeit und der Qualität der Druckluft ab. Eine präzise abgestimmte Dichtungslösung erhöht die Standzeit der gesamten Anlage und reduziert Wartungsaufwand sowie Stillstandszeiten.
Hinweis
Fazit:Pneumatikdichtungen sind auf hohe Zyklenzahlen, minimale Reibung und zuverlässige Abdichtung bei Druckluft ausgelegt. Sie unterscheiden sich damit deutlich von Hydraulikdichtungen, bei denen vor allem Druck- und Ölbeständigkeit im Vordergrund stehen.
Einsatzbereiche von Pneumatikdichtungen
Pneumatikdichtungen sind ideal für Systeme, die mit Druckluft arbeiten und höchste Dynamik, viele Zyklen sowie saubere Betriebsbedingungen erfordern. Sie finden vor allem dort Anwendung, wo schnelle Bewegungen und Präzision gefragt sind:
Maschinenbau
Pneumatikdichtungen für Handlingsysteme, Greifer und Aktoren – reibungsarm, verschleißfest und für hohe Zykluszahlen ausgelegt.
Lebensmittelindustrie
Hygienische und FDA-konforme Pneumatikdichtungen für Verarbeitungs- und Abfüllanlagen – beständig gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
Pharmaindustrie
Sterile, partikelarme Pneumatikdichtungen für Reinräume, Bioreaktoren und Abfülltechnik – mit Zulassungen nach USP Class VI und FDA auf Anfrage.
Medizintechnik
Präzise Pneumatikdichtungen für medizinische Geräte und Handhabungssysteme – biokompatibel, reinraumtauglich und langzeitstabil.
Spritzgussmaschinen
Verschleißfeste Pneumatikdichtungen für schnelle Taktungen und hohe Zykluszahlen in Spritzguss- und Werkzeugmaschinen.
Recycling- und Umwelttechnik
Zuverlässige Pneumatikdichtungen für Sortier- und Fördereinrichtungen – robust gegen Staub, Feuchtigkeit und mechanische Belastungen.
Wasser- und Abwassertechnik
Pneumatikdichtungen für Ventile und Steuerungen in Pump- und Rohrleitungsanlagen – beständig gegen Wasser, Dampf und aggressive Reinigungsmedien.
Hinweis
Hinweis zu unseren Dichtungskonzepten der einzelnen BranchenAuf unseren Branchenseiten finden Sie jeweils eine Übersicht über die jeweiligen branchenspezifischen Dichtungslösungen.
Werkstoffe für Pneumatikdichtungen
Pneumatikanwendungen stellen andere Anforderungen an Dichtungen als hydraulische Systeme. Aufgrund geringer Schmierung, hoher Bewegungsdynamik und Millionen von Schaltzyklen kommen vor allem verschleißarme und reibungsoptimierte Werkstoffe zum Einsatz.
Typische Materialien für Pneumatikdichtungen sind:
- NBR: wirtschaftlicher Standardwerkstoff mit guter Beständigkeit gegen Druckluft und Öle
- PU: sehr abriebfest und ideal für dynamische Anwendungen mit hohen Zykluszahlen
- PTFE: besonders reibungsarm und chemikalienbeständig – geeignet für präzise Bewegungsabläufe
- EPDM: beständig gegen Wasser, Dampf und Reinigungsmedien – häufig in Lebensmittel- oder Medizintechnik
- FKM: temperatur- und chemikalienbeständig für anspruchsvolle Industrieanwendungen
Die richtige Werkstoffwahl beeinflusst Reibung, Standzeit, Energieeffizienz und Betriebssicherheit pneumatischer Systeme maßgeblich. Besonders bei hohen Taktzahlen und schnellen Bewegungen ist eine technisch abgestimmte Materialauswahl entscheidend.
Eine allgemeine Übersicht über alle Werkstoffgruppen in der Dichtungstechnik finden Sie in unserer Werkstoffübersicht:
Werkstoffübersicht Dichtungstechnik
Übersicht aller Werkstoffgruppen – finden Sie das passende Material für Ihre Pneumatik- oder Industrieanwendung
Achtung
Wichtiger Hinweis zur Besonderheit bei Pneumatik-WerkstoffenDie Materialauswahl beeinflusst in der Pneumatik nicht nur die Dichtwirkung, sondern vor allem Reibung, Verschleiß und Standzeit bei hohen Zykluszahlen. Eine technisch abgestimmte Werkstoffwahl trägt entscheidend zur Betriebssicherheit und Lebensdauer pneumatischer Systeme bei.
Pneumatik- und Hydraulikdichtungen im Vergleich
Pneumatik- und Hydrauliksysteme stellen unterschiedliche Anforderungen an Dichtungen, Werkstoffe und Dichtungsgeometrien. Während Pneumatikdichtungen für hohe Geschwindigkeiten, geringe Reibung und Millionen von Schaltzyklen optimiert sind, arbeiten Hydraulikdichtungen unter hohen Drücken und starken mechanischen Belastungen mit ölbasierten Medien.
| Kriterium | Pneumatikdichtungen | Hydraulikdichtungen |
|---|---|---|
| Mediumeigenschaften | Druckluft: kompressibel, kaum Schmierung, hohe Anforderungen an Reibungsarmut & Material | Hydrauliköl: inkompressibel, wirkt als Schmier- und Kühlmedium → unterstützt die Lebensdauer der Dichtung |
| Energieübertragung | Geringere Drücke, sofortige Wirkungseinbuße bei Leckagen, minimale Leckage entscheidend | Hohe Drücke, verlustfreie Kraftübertragung, Dichtungen müssen absolut druckdicht sein |
| Betriebscharakteristik | Sehr hohe Geschwindigkeiten, Millionen Zyklen, Dichtungen müssen extrem verschleißfest sein | Hohe Belastungen, langsame bis mittlere Bewegungen, Dauerbelastung |
| Geometrie | Einfache Lippen- oder Nutringdichtungen mit geringer Anpresskraft, Stick-Slip-Vermeidung wichtig | Oft doppeltwirkende Kompaktdichtungen mit Stützringen, hohe Extrusionssicherheit |
| Lebensdauer & Wartung | Kürzere Standzeiten, stärker abhängig von Abstreifern, häufigere Wartung und Austausch nötig | Lange Lebensdauer durch Ölfilm, aber empfindlich bei Ölverschmutzung → sauberes Öl entscheidend |
Hinweis
Fazit:Pneumatik- und Hydraulikdichtungen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Reibung, Druckniveau, Werkstoffen und Dichtungsaufbau. Während Pneumatiksysteme auf geringe Reibung und hohe Dynamik ausgelegt sind, stehen bei Hydrauliksystemen Druckbeständigkeit und Leckagesicherheit im Vordergrund.
Eine technisch abgestimmte Dichtungslösung ist entscheidend für Effizienz, Standzeit und Betriebssicherheit der jeweiligen Anwendung.
Pneumatikdichtung – Unterschiede zwischen Kolben-, Stangen- und Abstreifdichtung
Die Anforderungen an Pneumatikdichtungen sind durch die trockene Druckluft und die hohen Taktzahlen besonders anspruchsvoll. Während Kolbendichtungen den beweglichen Kolben gegen die Zylinderwand abdichten, verhindern Stangendichtungen das Austreten von Luft entlang der Kolbenstange nach außen. Abstreifer schützen das System vor Staub, Feuchtigkeit und Fremdpartikeln, die sonst die Funktion beeinträchtigen könnten.
- Kolbendichtungen arbeiten außendichtend, müssen äußerst reibungsarm laufen und auch bei Millionen von Zyklen eine lange Standzeit gewährleisten.
- Stangendichtungen arbeiten innendichtend, stehen unter hoher dynamischer Belastung und müssen deshalb besonders verschleißfest und flexibel sein.
- Abstreifer verhindern, dass Schmutz, Staub oder Feuchtigkeit in das Pneumatiksystem gelangen – eine entscheidende Schutzfunktion bei empfindlichen Anwendungen.
Für eine zuverlässige Funktion im Pneumatikzylinder ist das Zusammenspiel aller Dichtungskomponenten entscheidend. Nur wenn Kolben- und Stangendichtung, sowie Abstreifer und Führungselemente optimal aufeinander abgestimmt sind, lassen sich Energieverluste, Leckagen und Stillstände vermeiden.
Dämpfungsringe für kontrollierte Endlagendämpfung in Pneumatikzylindern
Dämpfungsringe übernehmen in Pneumatikzylindern wichtige Aufgaben bei der kontrollierten Endlagendämpfung. Sie reduzieren Stoßbelastungen, verhindern harte Anschläge und minimieren Verschleiß an bewegten Komponenten. Dadurch erhöhen sie die Standzeit von Zylindern und Dichtungen und verbessern die Betriebssicherheit pneumatischer Systeme – insbesondere bei hohen Zykluszahlen und schnellen Bewegungsabläufen.
Mehr Details zu Aufbau, Varianten und Einsatzbereichen finden Sie hier:
Dämpfungsringe für Pneumatikzylinder
Dämpfungsringe sorgen für eine kontrollierte Endlagendämpfung in Pneumatikzylindern – sie reduzieren Stöße, Geräusche und Verschleiß und verlängern so die Standzeit.
Tipps für Auswahl und Montage von Pneumatikdichtungen
Die Lebensdauer und Funktionssicherheit von Pneumatikdichtungen hängt nicht nur vom Werkstoff ab, sondern auch von der richtigen Auswahl und einer fachgerechten Montage. Schon kleine Fehler können zu Leckagen, erhöhtem Verschleiß und ungeplanten Stillständen führen. Mit den folgenden Tipps stellen Sie sicher, dass Ihre Dichtungen zuverlässig arbeiten:
- Profilwahl: Die Wahl des richtigen Profils richtet sich nach den Einsatzbedingungen. Druck, Medium, Geschwindigkeit und Temperatur bestimmen, ob eine einfache Lippendichtung ausreicht oder eine spezielle Kompaktdichtung benötigt wird. Eine falsche Auswahl kann die Lebensdauer deutlich verkürzen und zu Funktionsstörungen führen.
- Sauberkeit: Bereits kleinste Schmutzpartikel im Zylinder oder an der Dichtung können Leckagen verursachen. Alle Bauteile sollten daher vor der Montage gründlich gereinigt werden. Eine möglichst staubfreie Umgebung ist entscheidend, besonders in sensiblen Bereichen wie der Lebensmittel- oder Medizintechnik.
- Oberflächenqualität: Die Laufbahnen im Zylinder müssen glatt, gehärtet und frei von Graten sein. Nur so kann die Dichtung korrekt anliegen und ihre Funktion dauerhaft erfüllen. Schlechte Oberflächenqualität führt häufig zu erhöhtem Verschleiß und vorzeitigem Dichtungsausfall.
- Montagehilfen: Zum Einbau sollten geeignete Werkzeuge wie Einbaukegel, Bänder oder spezielle Schmiermittel verwendet werden. Damit lassen sich Beschädigungen an der Dichtung vermeiden, und die Passgenauigkeit im Zylinder bleibt erhalten.
Hinweis
Fazit:Die richtige Auswahl und Montage von Pneumatikdichtungen sind entscheidend für Effizienz, Lebensdauer und Betriebssicherheit Ihrer Anlagen. Mit sorgfältiger Vorbereitung und fachgerechtem Einbau vermeiden Sie Leckagen und Ausfälle. Unsere Experten von HP-Dichtungen unterstützen Sie dabei mit Materialempfehlungen, Profilauswahl und Praxistipps für den Einbau.
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Häufig gestellte Fragen zu Pneumatikdichtungen
Warum versagen Pneumatikdichtungen bei hohen Zykluszahlen vorzeitig?
Vorzeitiger Verschleiß bei hohen Zykluszahlen hat meist eine von drei Ursachen: falsch gewählter Werkstoff, unzureichende Schmierung der Druckluft oder eine zu hohe Anpresskraft der Dichtlippe. PU ist in solchen Fällen oft die bessere Wahl gegenüber NBR – es bietet deutlich höhere Abriebfestigkeit bei dynamischer Belastung. Zusätzlich sollte die Druckluftqualität nach ISO 8573 geprüft werden: Ölanteile und Kondensat beschleunigen den Dichtungsverschleiß erheblich.
Was ist Stick-Slip und wie lässt er sich bei Pneumatikdichtungen vermeiden?
Stick-Slip bezeichnet das ruckartige Anfahrverhalten pneumatischer Zylinder, das durch wechselnde Haft- und Gleitreibung an der Dichtung entsteht. Es beeinträchtigt Positioniergenauigkeit und Gleichlauf empfindlich. Ursachen sind meist zu hohe Dichtungsanpresskraft, ungeeigneter Werkstoff oder trockene Druckluft ohne Schmieranteil. PTFE-basierte Dichtungsprofile mit niedrigem Reibungskoeffizient reduzieren Stick-Slip wirkungsvoll – ebenso wie eine definierte Druckluftaufbereitung mit Mikronebelölung.
Welchen Einfluss hat die Druckluftqualität auf die Standzeit von Pneumatikdichtungen?
Die Druckluftqualität ist einer der wichtigsten, aber häufig unterschätzten Einflussfaktoren. Kondenswasser könnte zur Quellung führen, Werkstoffangriff sowie Feststoffpartikel erhöhen den abrasiven Verschleiß, übermäßiger Ölnebel beeinträchtigt EPDM-Dichtungen. Die Druckluft sollte nach ISO 8573-1 mindestens Klasse 4 für Partikel und Feuchte einhalten. Eine korrekt dimensionierte Aufbereitungseinheit – Filter, Druckregler, Öler – ist die wirtschaftlichste Maßnahme zur Verlängerung der Dichtungsstandzeit.
Wann sind Dämpfungsringe in Pneumatikzylindern notwendig?
Dämpfungsringe sind immer dann erforderlich, wenn Kolben mit hoher Geschwindigkeit in die Endlage fahren und harte mechanische Anschläge entstehen. Ohne Endlagendämpfung entstehen Stoßbelastungen, die Dichtungen, Führungsringe und Zylindergehäuse vorzeitig schädigen. Besonders bei schnellen Schaltzyklen und großen Kolbendurchmessern ist eine hydraulische oder elastische Endlagendämpfung konstruktiv notwendig. Dämpfungsringe aus geeignetem Elastomer nehmen Aufprallenergie auf und verlängern die Systemlebensdauer deutlich.
Welche Aufgabe übernehmen Führungsringe in Pneumatikzylindern?
Führungsringe führen Kolben und Kolbenstange reibungsarm im Zylinder und nehmen Querkräfte auf, die durch Lasten, Eigengewicht oder Einbaulage entstehen. Ohne ausreichende Führung laufen Dichtflächen einseitig auf, was zu erhöhtem Verschleiß und Leckagen führt. In pneumatischen Systemen mit hohen Hubgeschwindigkeiten müssen Führungsringe gleichzeitig reibungsarm und maßhaltig stabil sein. Werkstoffe wie PTFE-Compound oder gefüllte Thermoplaste haben sich dafür in der Praxis bewährt.
Ab welcher Temperatur stoßen Standard-Pneumatikdichtungen an ihre Grenzen?
Standardwerkstoffe wie NBR und PU sind für Betriebstemperaturen bis ca. +80 °C bzw. +100 °C ausgelegt. Darüber hinaus – etwa in der Nähe von Öfen, Trocknern oder in Hochtemperaturprozessen – verlieren sie an Elastizität und Dichtwirkung. Für Temperaturen bis +200 °C kommen FKM-Werkstoffe zum Einsatz, für noch höhere Anforderungen PTFE-basierte Profile. Tieftemperaturanwendungen unter −30 °C erfordern ebenfalls eine separate werkstoffliche Auslegung. Bei spezifischen Temperaturanforderungen ist eine technische Beratung zur Werkstoffauswahl zu empfehlen.
Wie lassen sich Leckagen an Pneumatikzylindern systematisch eingrenzen?
Leckagen in Pneumatiksystemen lassen sich in externe und interne Undichtigkeiten unterteilen. Externe Leckagen an der Kolbenstange entstehen meist durch verschlissene Stangendichtungen oder beschädigte Laufflächen. Interne Leckagen zwischen Kolbenräumen verursachen Kraftverlust und unkontrolliertes Kriechen der Kolbenstange. Vor dem Dichtungstausch sollte die Zylinderlauffläche auf Riefen und Maßhaltigkeit geprüft werden – eine neue Dichtung auf einer beschädigten Laufbahn versagt erneut innerhalb kurzer Zeit.
Wann lohnt sich eine technische Beratung zur Pneumatikdichtungsauswahl?
Immer dann, wenn Dichtungen regelmäßig vorzeitig ausfallen, ein Zylinder auf veränderte Betriebsbedingungen umgestellt werden soll oder eine neue Pneumatikbaugruppe ausgelegt wird. Auch bei hygienischen Anforderungen – etwa FDA-Konformität für Lebensmittel- oder Pharmaprozesse – oder bei sehr hohen Taktfrequenzen ist eine technische Abstimmung vor der Bestellung sinnvoll. Wir analysieren Einsatzbedingungen, Werkstoffverträglichkeit und Profilgeometrie und empfehlen die technisch passende Lösung.
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