Was sind persistente organische Schadstoffe (POP)?
Persistente organische Schadstoffe (POP) sind chemische Substanzen, die sich durch vier Eigenschaften auszeichnen:
- Persistenz: Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab
- Bioakkumulation: Sie reichern sich in Lebewesen an
- Toxizität: Sie wirken schädlich auf Gesundheit und Umwelt
- Fernverteilung: Sie verbreiten sich über Luft, Wasser und Wanderungsbewegungen von Tieren
Die EU-Verordnung (EU) 2019/1021 setzt das Stockholmer Übereinkommen in EU-Recht um und gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Sie enthält Listen mit verbotenen, beschränkten und überwachungspflichtigen Stoffen.
Für Dichtungswerkstoffe relevante POP
| Stoff | Relevanz für Dichtungen | Status |
|---|---|---|
| PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) | Historisch als Tensid und Prozesshilfsmittel in verschiedenen industriellen Anwendungen; heute weitgehend verboten | Verboten (Anhang I, Ausnahmen sehr begrenzt) |
| PFOA (Perfluoroctansäure) | Historisch als Prozesschemikalie für PTFE-Herstellung | Verboten (Anhang I, enge Ausnahmen) |
| PFHxS (Perfluorhexansulfonsäure) | Fluortenside in Beschichtungen | Verboten (Anhang I) |
| PBB (Polybromierte Biphenyle) | Flammschutzmittel in Kunststoffen | Verboten (auch in RoHS) |
| PBDE (Polybromierte Diphenylether) | Flammschutzmittel in technischen Kunststoffen | Weitgehend verboten (auch in RoHS) |
Wichtig: Die POP-Verordnung enthält sowohl Stoffverbote als auch Anforderungen für Gemische und Erzeugnisse. Je nach Stoff gelten unterschiedliche Konzentrationsgrenzen, Ausnahmen und Übergangsregelungen.
Was HP-Dichtungen bereitstellen kann
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POP-freie Werkstoffauswahl
Beratung zur Auswahl geeigneter Werkstoffe auf Grundlage verfügbarer Herstellerinformationen und geltender regulatorischer Anforderungen.
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Herstellerdeklarationen
Weitergabe verfügbarer Hersteller-Informationen zu POP-relevanten Stoffen auf projektbezogene Anfrage.
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Zusammenhang mit PFAS-Diskussion
PFOS und PFOA unterliegen bereits eigenständigen Beschränkungen nach der POP-Verordnung. Die laufende PFAS-Beschränkungsinitiative nach REACH verfolgt einen deutlich breiteren Ansatz und könnte künftig weitere fluorierte Stoffe erfassen.
Abgrenzung zu verwandten Regelwerken
- POP vs. REACH: Einige POP-Stoffe sind zusätzlich auch im REACH-Regelwerk (z. B. als SVHC oder über Beschränkungen) erfasst. Beide Regelwerke gelten unabhängig voneinander.
- POP vs. RoHS: PBB und bestimmte PBDE sind sowohl in der POP-Verordnung als auch in RoHS beschränkt.
- POP vs. PFAS: PFOS und PFOA sind klassische POPs; die breite PFAS-Beschränkungsinitiative unter REACH geht darüber hinaus.
Häufige Fragen zu POP
Gilt die POP-Verordnung auch für importierte Produkte?
Ja. Die Anforderungen gelten grundsätzlich auch für Erzeugnisse, die aus Nicht-EU-Staaten in den europäischen Markt eingeführt werden. Hersteller, Importeure und Inverkehrbringer müssen die jeweiligen Anforderungen der POP-Verordnung beachten.
Sind alle fluorierten Verbindungen automatisch POP?
Nein. POP sind eine spezifische Teilmenge persistenter, bioakkumulierender und toxischer Stoffe. Die Liste in der Verordnung (EU) 2019/1021 ist abschließend — es handelt sich nicht um alle PFAS.
Was ist der Unterschied zwischen der POP-Verordnung und dem Stockholmer Übereinkommen?
Das Stockholmer Übereinkommen ist ein internationales Abkommen. Die EU-Verordnung (EU) 2019/1021 setzt es in EU-Recht um und kann über die internationalen Anforderungen hinausgehen.
