Was sind PFAS?
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) ist ein Sammelbegriff für eine sehr große Gruppe synthetischer Verbindungen, die sich durch eine oder mehrere C-F-Bindungen auszeichnen. Diese Bindung ist außergewöhnlich stabil — weshalb PFAS auch als „ewige Chemikalien” bezeichnet werden: Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab und können sich in Lebewesen anreichern.
Die PFAS-Gruppe umfasst nach OECD-Definition über 10.000 Einzelverbindungen — von kurzfädigen PFAS in Beschichtungen bis hin zu hochmolekularen fluorierten Polymeren wie PTFE.
Für die Dichtungstechnik besonders relevante fluorierte Werkstoffe:
- PTFE (Polytetrafluorethylen) — häufigster fluorierter Dichtungswerkstoff
- FKM (Fluorkautschuk, z. B. Viton®-Typen)
- FFKM (Perfluorkautschuk)
- PFA, FEP (fluorierte Thermoplaste für Ummantlungen)
Regulatorischer Status der PFAS-Beschränkung
| Status | Beschreibung |
|---|---|
| Regulatorischer Rahmen | Geplante Beschränkung nach REACH-Anhang XVII (keine neue Verordnung, sondern REACH-Ergänzung) |
| Antragsteller | Deutschland, Niederlande, Dänemark, Schweden, Norwegen (ECHA-Eingabe 2023) |
| ECHA-Prüfung | Ausschüsse (RAC und SEAC) haben Stellungnahmen verabschiedet; endgültige EU-Kommissionsentscheidung ausstehend |
| Kein Totalverbot in Kraft | Stand Juli 2026: Kein generelles PFAS-Verbot ist in Kraft getreten |
| Ausnahmen geplant | Für viele kritische Anwendungen (Medizintechnik, Halbleiter, Hochleistungsdichtungen) werden zeitlich befristete oder dauerhafte Ausnahmen diskutiert |
Achtung: Der regulatorische Prozess zu PFAS entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die hier dargestellten Informationen entsprechen dem Stand von Juli 2026. Vor konkreten Beschaffungs- und Konstruktionsentscheidungen sollte der aktuelle Stand bei der ECHA (echa.europa.eu) geprüft werden.
Bedeutung für Dichtungswerkstoffe
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PTFE
PTFE ist ein fluoriertes Polymer und fällt unter die breite PFAS-Definition. Polymere mit hohem Molekulargewicht werden regulatorisch jedoch differenziert betrachtet — Ausnahmen für polymere PFAS werden diskutiert.
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FKM / FFKM
Die regulatorische Bewertung hängt von der konkreten Stoffidentität, dem Compound und dem jeweiligen Anwendungsbereich ab.
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Prozesshilfsstoffe
In der Herstellung fluorierter Produkte eingesetzte kurzkettige PFAS (z. B. PFOA-Substitute) sind bereits heute über REACH beschränkt oder verboten.
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Handlungsempfehlung
Hersteller- oder Lieferantenerklärungen sowie aktuelle Informationen der ECHA berücksichtigen. Bei kritischen Anwendungen Alternativen evaluieren.
Bereits geltende Beschränkungen für bestimmte PFAS
Auch ohne das geplante universelle PFAS-Verbot gelten heute schon Beschränkungen für bestimmte PFAS-Verbindungen:
- PFOA (Perfluoroctansäure) und ihre Salze: verboten (REACH-Anhang XVII, Nr. 68)
- PFOS (Perfluoroctansulfonsäure): weitgehend verboten (POP-Verordnung, EU 2019/1021)
- PFHxS (Perfluorhexansulfonsäure): POP-gelistet
- Weitere PFAS sind abhängig vom Stoff bereits als SVHC gelistet oder anderweitig beschränkt (z. B. PFNA)
Diese bestehenden Beschränkungen betreffen überwiegend bestimmte niedermolekulare PFAS und Verarbeitungshilfsstoffe. Fluorpolymere wie PTFE werden im laufenden Beschränkungsverfahren gesondert bewertet.
Häufige Fragen zu PFAS
Ist PTFE jetzt verboten?
Nein. Stand Juli 2026 ist PTFE nicht verboten. Die laufende PFAS-Beschränkungsinitiative unter REACH ist noch nicht abgeschlossen und sieht Ausnahmen für viele kritische Anwendungen vor.
Muss ich PFAS in meinen Dichtungen heute deklarieren?
Enthält ein Erzeugnis einen Stoff der REACH-Kandidatenliste oberhalb von 0,1 Gew.-%, gelten die Informationspflichten nach Artikel 33 REACH — unabhängig davon, ob es sich dabei um ein PFAS handelt oder nicht. Spezifische Deklarationspflichten für PFAS allgemein gibt es derzeit (Stand Juli 2026) noch nicht.
Welche Alternativen zu PTFE und FKM gibt es?
Alternativen hängen vom Anwendungsfall ab: EPDM, NBR, HNBR oder Silikone für bestimmte Temperaturbereiche; für aggressive Medien ist oft kein vollwertiger Ersatz verfügbar. Eine individuelle Werkstoffberatung ist empfehlenswert.
