NORMEN

ISO 8573-1 – Druckluftqualität und ihre Bedeutung für Dichtungswerkstoffe

Pneumatikdichtungen als Symbolbild für Druckluftqualität und ISO 8573-1.

ISO 8573-1 klassifiziert Druckluftqualität nach Partikel, Feuchte und Öl. Die Klasse Ihrer Anlage bestimmt, welcher Dichtungswerkstoff im Pneumatiksystem dauerhaft funktioniert.

Aktualisiert 10. Juli 2026
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Was ist ISO 8573-1?

ISO 8573-1 ist die grundlegende Norm für die Qualitätseinstufung von Druckluft in industriellen Druckluftanlagen. Sie definiert Grenzwerte für drei Hauptverunreinigungen der Druckluft:

  • Feststoffpartikel (Partikelgröße und -konzentration)
  • Wasser (Drucktaupunkt)
  • Öl (Gesamt-Ölgehalt)

Für jede Verunreinigungsart gibt die Norm Reinheitsklassen vor — von Klasse 1 (reinste Luft) bis Klasse X (unkontrolliert). Eine vollständige Druckluftqualität wird als Dreifach-Klassifizierung angegeben, z. B. ISO 8573-1 Klasse 2.4.2 für Partikel / Wasser / Öl.

Warum ist das für Dichtungen wichtig? Druckluft ist das Betriebsmedium jedes Pneumatiksystems. Ihre Qualität bestimmt maßgeblich, unter welchen Bedingungen die eingesetzten Dichtungswerkstoffe tatsächlich arbeiten — und wie lange sie halten.

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Bedeutung der Druckluftklassen für Dichtungswerkstoffe

Druckluftqualität
Auswirkung auf Dichtungen
Hoher Ölgehalt (Klasse 3–5)

Der Ölgehalt der Druckluft muss mit der Medienbeständigkeit des eingesetzten Elastomerwerkstoffs abgestimmt sein — EPDM ist gegenüber Mineralöl beispielsweise nicht beständig, NBR oder FKM hingegen gut geeignet

Feuchte Druckluft (hoher Taupunkt)

Kondensat kann Korrosion fördern und die Betriebsbedingungen der Dichtung verändern

Hoher Partikelgehalt (grobe Klassen)

Abrasive Partikel erhöhen den Verschleiß an Dichtungslippen und Laufflächen erheblich

Trockene, ölfreie Luft (Klasse 1–2)

Bei ölfreier Druckluft sind Dichtungswerkstoffe und gegebenenfalls geeignete Schmierung entsprechend der Anwendung auszuwählen

Die Druckluftklasse nach ISO 8573-1 ist damit ein direkter Eingangsparameter für die Werkstoffauswahl bei Pneumatikdichtungen.

Was HP-Dichtungen dazu liefert und empfiehlt

  • Werkstoffauswahl nach Druckluftklasse

    Wir beraten bei der Werkstoffwahl — unter Berücksichtigung des Ölgehalts, der Feuchte und des Partikelgehalts Ihrer Druckluftanlage.

  • Werkstoff nach Druckluftqualität, Schmierung und Herstellerempfehlung

    Die Auswahl des geeigneten Werkstoffs richtet sich nach Druckluftqualität, Schmierung, Temperatur und Herstellerempfehlung. NBR bei Druckluft mit Ölanteil, FKM für höhere Temperaturen oder spezielle Medien.

  • Pneumatikdichtungen aus dem Parker-Programm

    Parker Pneumatikdichtungen sind speziell auf die Anforderungen von Druckluftsystemen ausgelegt — Reibung, Verschleiß und Medienbeständigkeit optimiert.

  • Hinweise zur Schmierung

    Bei trockener, ölfreier Druckluft nach ISO 8573-1 Klasse 1–2 empfehlen wir geeignete Schmierung oder reibungsoptimierte Dichtungswerkstoffe.

Für welche Produkte ist ISO 8573-1 relevant?

ISO 8573-1 ist für alle Dichtungen in pneumatischen Systemen relevant:

Vorteile der Druckluftklassenbetrachtung bei der Dichtungsauslegung

  • Längere Standzeiten: Auf die tatsächliche Druckluftqualität abgestimmte Werkstoffe altern deutlich langsamer und halten länger.
  • Weniger Ausfälle: Werkstoffbedingte Ursachen von Dichtungsausfällen werden durch systemorientierte Auswahl erheblich reduziert.
  • Bessere Diagnose: Bekannte Druckluftklasse erleichtert die Ursachenanalyse bei Frühausfällen — schlechte Druckluftqualität als Ursache wird schneller identifiziert.
  • Wirtschaftlichkeit: Die Kenntnis der Druckluftqualität ermöglicht eine wirtschaftliche und anwendungsgerechte Werkstoffauswahl.

Häufige Fragen zu ISO 8573-1 und Pneumatikdichtungen

Ich weiß nicht, welche Druckluftklasse meine Anlage hat. Was ist der Standardfall?

Die eingesetzte Druckluftklasse hängt von der Druckluftaufbereitung und der jeweiligen Anwendung ab. Informationen hierzu liefert in der Regel der Anlagenbetreiber oder Hersteller der Druckluftanlage.

EPDM ist oft Standard bei Pneumatikzylindern — aber es ist nicht ölfest. Passt das?

EPDM wird in bestimmten Pneumatikzylindern verwendet, wenn die Druckluft ölarm oder ölfrei ist. Bei öl-geschmierter Druckluft kann EPDM quellen und vorzeitig versagen. Die Werkstoffangabe des Herstellers und die Druckluftklasse sollten immer abgeglichen werden.

Welche Schmierstoffklasse ist für Pneumatikdichtungen geeignet?

Für die Montage von Pneumatikdichtungen eignen sich spezielle silikonbasierte Schmiermittel (z. B. Parker S-Lube) oder in Mineralöl-Systemen mineralölbasierte Produkte (z. B. Parker O-Lube). Wichtig: das Schmiermittel muss zum Dichtungswerkstoff passen. Mehr dazu auf der Seite Elastomerschmiermittel.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen technischen Information und stellt keine verbindliche Auslegung der genannten Normen oder Standards dar. Verbindlich sind ausschließlich die jeweils gültigen Originalfassungen der entsprechenden Normen sowie die Anforderungen des jeweiligen Anwendungsfalls. Für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen.