NORMEN

EN 681-1 – Werkstoffanforderungen für Dichtungen in Rohrverbindungen

O-Ring aus EPDM als Symbolbild für normkonforme Elastomerdichtungen nach EN 681-1.

EN 681-1 legt fest, welche mechanischen und chemischen Eigenschaften Elastomere für Rohrverbindungsdichtungen erfüllen müssen — Grundlage für normkonforme Dichtungen in der Wasser- und Abwassertechnik.

Aktualisiert 10. Juli 2026
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Was ist EN 681-1?

EN 681-1 ist eine europäische Norm, die Werkstoffanforderungen an Elastomere für Dichtungen in Rohrleitungsverbindungen festlegt — insbesondere für die Trinkwasser- und Abwassertechnik. Die Norm beschreibt, welche mechanischen, chemischen und hygienischen Eigenschaften ein Elastomerwerkstoff erfüllen muss, damit er für den Einsatz in Rohrverbindungssystemen geeignet ist.

Die Norm EN 681 besteht aus mehreren Teilen:

  • EN 681-1 — Vulkanisierte Elastomere (NBR, EPDM, CR u. a.)
  • EN 681-2 — Thermoplastische Elastomere
  • EN 681-3 — Zelluläre Werkstoffe
  • EN 681-4 — Gusspolyurethan-Dichtungswerkstoffe

EN 681-1 ist der am häufigsten zitierte Teil und relevant für alle Standard-Elastomerdichtungen in Rohrleitungssystemen.

Die Norm definiert u. a.:

  • Druckverformungsrest (DVR) — wie stark darf der Werkstoff nach Belastung kriechen?
  • Medienbeständigkeit gegenüber Wasser, Trinkwasser und Abwasser
  • Werkstoffhärte und Zugfestigkeit
  • Druckverhalten und Relaxation
  • Alterungsverhalten bei Lagerung
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Bedeutung für Kunden in der Wasser- und Abwassertechnik

Rohrleitungsdichtungen in der Wasser- und Abwassertechnik stehen häufig unter behördlicher Überwachung und unterliegen Produktzulassungen. EN 681-1 ist die normative Grundlage dafür, dass die eingesetzten Elastomerwerkstoffe die normativen Anforderungen für Rohrleitungsverbindungen erfüllen.

Anforderung
Was EN 681-1 regelt
Trinkwasserverträglichkeit

Werkstoffe müssen auch nach längerer Wasserexposition ihre Dichteigenschaften behalten — und dürfen keine schädlichen Stoffe abgeben

Medienbeständigkeit Abwasser

Beständigkeit gegenüber Abwasserbestandteilen, Fäulnisgas, Säuren und Laugen in definierten Bereichen

Mechanische Dauerfestigkeit

Druckverformungsrest und Relaxationsanforderungen sichern die Dichtwirkung über die Nutzungsdauer

Produktzulassung

Viele Rohrhersteller und Systemzertifizierungen fordern EN-681-1-konformes Material als Grundlage

Was HP-Dichtungen im Rahmen von EN 681-1 liefert

HP-Dichtungen liefert Dichtungswerkstoffe, die EN 681-1 erfüllen — insbesondere EPDM-Compounds, die für Trinkwasser- und Abwasseranwendungen geeignet sind.

  • EPDM nach EN 681-1

    EPDM ist der typische Werkstoff für Rohrleitungsdichtungen im Wasser- und Abwasserbereich — gute Beständigkeit gegen Wasser, Heißwasser und wässrige Medien.

  • Normkonforme Compounds

    Auf Anfrage lieferbar mit Herstellernachweis über EN-681-1-Konformität — z. B. für Produktzulassungen oder Systemzertifizierungen.

  • Weitere Werkstoffe für Spezialfälle

    NBR für abwasserseitige Anwendungen mit Öl- oder Kraftstoffkontakt, HNBR für erhöhte Temperaturen — je nach Systemanforderung.

  • Trinkwasser-Nachweise

    Für Trinkwasseranwendungen können zusätzliche Nachweise wie KTW-Bewertung oder WRAS-Zulassung auf Anfrage koordiniert werden.

Für welche Produkte gilt EN 681-1?

EN 681-1 gilt für Elastomerdichtungen in Rohrleitungsverbindungssystemen — das umfasst eine breite Produktpalette aus dem HP-Sortiment:

Vorteile EN-681-1-konformer Werkstoffe

  • Systemzulassung: Viele Rohrsystemhersteller und Zertifizierungsstellen fordern den Nachweis EN-681-1-konformer Dichtungswerkstoffe als Voraussetzung für die Systemzertifizierung.
  • Trinkwassersicherheit: Normkonforme Werkstoffe reduzieren das Risiko von Geschmacks-, Geruchs- oder Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Werkstoffmigration ins Trinkwasser.
  • Behördliche Akzeptanz: Für Projekte mit behördlicher Abnahme (Stadtwerke, kommunale Infrastruktur) vereinfacht der Normnachweis die Dokumentation erheblich.
  • Dauerfestigkeit: Geprüfte mechanische Eigenschaften sichern die Dichtwirkung über lange Nutzungszeiten — ohne vorzeitigen Werkstoffabbau.

Häufige Fragen zu EN 681-1

Welcher Werkstoff ist am häufigsten für EN-681-1-Anwendungen geeignet?

EPDM ist der Standardwerkstoff für Trinkwasser- und Heißwasserleitungen. Er ist gegen Wasser, Dampf und wässrige Medien beständig und erfüllt typischerweise die EN-681-1-Anforderungen. Für abwasserseitige Systeme mit Öl- oder Kraftstoffkontakt kann NBR geeigneter sein.

Gilt EN 681-1 auch für Druckluftleitungen?

Nein. EN 681-1 wurde speziell für Wasser- und Abwasseranwendungen entwickelt. Für Druckluftleitungen und pneumatische Systeme gelten eigene Normen — u. a. ISO 8573-1 für die Druckluftqualität.

Was ist der Unterschied zwischen EN 681-1 und einer KTW-Bewertung?

EN 681-1 ist eine europäische Norm mit mechanischen und chemischen Werkstoffanforderungen. Die KTW-Bewertung (Kunststoffe im Trinkwasserkontakt) ist eine deutsche Hygienebewertung des Umweltbundesamts und bewertet speziell das Migrationspotenzial ins Trinkwasser. Beide können parallel gefordert werden.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen technischen Information und stellt keine verbindliche Auslegung der genannten Normen oder Standards dar. Verbindlich sind ausschließlich die jeweils gültigen Originalfassungen der entsprechenden Normen sowie die Anforderungen des jeweiligen Anwendungsfalls. Für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen.