NORMEN

EN 12756 – Europäische Norm für Gleitringdichtungen

Symbolbild für Gleitringdichtungen in Kreiselpumpen nach EN 12756.

EN 12756 standardisiert Einbaumaße, Bezeichnungen und Toleranzen für Gleitringdichtungen. Sie ist die Basis für interoperabel austauschbare Gleitringdichtungen für Kreiselpumpen, Rührwerke und andere Wellendichtungsanwendungen.

Aktualisiert 10. Juli 2026
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Was ist EN 12756?

EN 12756 ist die europäische Norm für Gleitringdichtungen (engl.: mechanical seals, face seals). Sie legt die grundlegenden Begriffe, Definitionen, Maße und Einbauräume für Gleitringdichtungen fest, die in Kreiselpumpen, Rührwerken und ähnlichen Turbomaschinen mit rotierenden Wellen eingesetzt werden.

Was EN 12756 regelt:

  • Definitionen und Terminologie für Gleitringdichtungen
  • Einbaumaßreihen (L1, L2-Baureihen)
  • Toleranzanforderungen für Wellenbohrungen und Einbauräume
  • Anschlussmaße für verschiedene Wellendurchmesser
  • Klassifizierungssystem für Gleitringdichtungen nach Ausführung und Werkstoff

Warum die Norm wichtig ist:

Gleitringdichtungen verschiedener Hersteller müssen bei gleicher Baureihe austauschbar sein. EN 12756 schafft diese Interoperabilität — eine EN-12756-konforme Gleitringdichtung von Hersteller A passt in die gleiche Pumpe wie eine von Hersteller B, wenn beide dieselbe Baureihe und Wellengröße spezifizieren.

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Aufbau und Funktion einer Gleitringdichtung

Eine Gleitringdichtung dichtet eine rotierende Welle gegen das Gehäuse ab. Sie besteht im Wesentlichen aus:

Komponente
Funktion
Rotierender Gleitring
Dreht mit der Welle mit, bildet eine Hälfte der Dichtfläche
Stationärer Gegenring
Im Gehäuse fixiert, bildet die andere Hälfte der Dichtfläche
Sekundärdichtungen (O-Ringe)
Dichten die Gleitringe gegenüber Welle und Gehäuse ab
Feder

Hält die Gleitflächen in Kontakt — sorgt für Anpressdruck auch ohne Systemdruck

Was HP-Dichtungen zu EN 12756 liefert

  • Gleitringdichtungen für Kreiselpumpen

    Gleitringdichtungen nach EN 12756 für Standard-Kreiselpumpen im Heizungs-, Wasser- und Industriebereich.

  • Sekundärdichtungen für Gleitring-Einbauräume

    O-Ringe und Formdichtungen für die Sekundärdichtfunktion von Gleitringdichtungen — NBR, EPDM, FKM nach Anforderung.

  • Werkstoffberatung für Gleitringe

    Siliziumkarbid, Wolfram, Kohlegraphit — welche Gleitringwerkstoffe bei Ihren Medien und Betriebsbedingungen geeignet sind.

  • Ersatz und Austausch nach EN 12756

    Austauschbare Gleitringdichtungen für bestehende Pumpen — korrekte Baureihe und Wellendurchmesser nach EN 12756 auswählen.

Für welche Anwendungen gilt EN 12756?

  • Wellendichtungen in Kreiselpumpen (Wasser, Öl, Chemikalien)
  • Rührwerke und Mischer in der chemischen und pharmazeutischen Industrie
  • Prozesswasserpumpen in Heizungsanlagen und Klimatechnik
  • Abwasserpumpen und Schmutzwasserpumpen

Häufige Fragen zu EN 12756

Was ist der Unterschied zwischen L1 und L2-Gleitringdichtungen?

L1-Baureihe hat kürzere Einbaulängen und ist für kompakte Pumpen geeignet. L2-Baureihe hat längere Einbaulängen für größere Dichtungen. Die Wahl hängt vom verfügbaren Einbauraum in der Pumpe ab — Pumpenhersteller geben in der Dokumentation die Baureihe an.

Welche Werkstoffe werden für Gleitringdichtungen eingesetzt?

Die Gleitflächen bestehen häufig aus Siliziumkarbid (SiC) oder Wolframkarbid als Gegenmaterial zu Kohlegraphit. Die Sekundärdichtungen (O-Ringe) sind je nach Medium NBR, EPDM, FKM oder PTFE. Die Werkstoffauswahl richtet sich nach Medium, Temperatur und Druck.

Wann sollte eine Gleitringdichtung ersetzt werden?

Gleitringdichtungen sollten ersetzt werden bei sichtbarer Leckage, erhöhter Leckageentwicklung, Schäden an den Gleitflächen oder bei Revisionen nach den Herstellervorgaben. Präventiver Austausch ist wirtschaftlicher als der Ausfall durch eine defekte Dichtung.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen technischen Information und stellt keine verbindliche Auslegung der genannten Normen oder Standards dar. Verbindlich sind ausschließlich die jeweils gültigen Originalfassungen der entsprechenden Normen sowie die Anforderungen des jeweiligen Anwendungsfalls. Für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen.